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Incredible India
Von Oda Diepold


Foto: Clubhaus Jaipur Riding and Polo Club Col. Garcha
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61st Cav. Regt.: hier begann alles: englische Offiziere entdecken das faszinierende Spiel und bringen es mit nach England.
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Die Stallungen des Navy-polo-contingents. (man beachte die Ventilatoren...)

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Pferd von Vishal Sing, 5 goals

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Farm Vishal + Farida SINGH
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prize giving
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nach dem Spiel: entspanntes Zusammensitzen
 

Im Oktober 2003 war ich zum ersten Mal in Indien – eingeladen zum Ladies Polo bei Colonel. K. Garcha, (ex 61 Calv. Regt. Offizier) in Jaipur.
Es gibt zwar in Indien selbst keine polospielenden Damen, doch der Einladung vom Colonel folgen jedes Jahr die reiselustigsten Vertreterinnen unserer Zunft: Es treffen sich Frauen aus England, Amerika, Süd-Afrika, Kenia, Hawaii, Jamaica, Frankreich, Spanien  etc. und das Spannende daran ist die Gelegenheit, viele neue Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen zu können.

Und weil’s so schön war, bin ich mittlerweile weitere 3 Male dort gewesen – Freunde treffen, neue, interessante Menschen kennenlernen, Polo spielen, Urlaub machen. (www.jaipurpolo.com)


Die Polo-Saison in Indien beginnt im Oktober und endet dann im M ärz/April – das heißt, genau entgegengesetzt zur Saison in Europa. Die indischen Klimaverhältnisse im Sommer lassen nichts anderes zu. Um so schöner ist’s im Herbst/Winter. Die Temperaturen gehen am Tage auf max. 20 – 25 Grad C, nachts kann es empfindlich kühl sein und sogar Temperaturen bis an den Gefrierpunkt sind im Norden (Dehli – Jaipur – Jodhpur ) keine Seltenheit.

Aber ich will hier nicht über’s Wetter fachsimpeln: Ich möchte versuchen, den besonderen Charme Indiens mittels meines Reise-Fotoalbums zu vermitteln:

Die Polo-Szene Indiens ist verhältnismäßig klein – rund 350 Aktive – aber überraschend professionell mit vielen sehr guten Spielern  (aktuell sechs 5-goaler, fünf 4 goaler....)
Auffallend ist, dass die meisten der Spieler gute Reiter und Horsemen sind.

80 % der Pferde sind „indians“, zum Großteil Vollblüter von den Rennbahnen, die von den Spielern selbst ausgebildet werden. Gute, harte Pferde, die an die extremen Klimaverhältnisse gewöhnt sind.

„Unterstützung“ im Turniersport erhält die indische Poloszene durch eine Reihe von namhaften
argentinischen und englischen Spielern, die jede Saison nach Indien kommen und bei den großen Events  regelmäßig mit von der Partie sind. (Martin Ravina, +5, Gerardo Mazzini, +6, Jason Dixon, +7, Phillip Elliott, +5) So kommen Turniere von bis zu 18 goal Teamhandicap zustande !

Das wirklich Besondere aber ist die entspannte Atmosphäre: sowohl auf dem Platz als auch vor und nach dem Spiel geht es freundschaftlich und geprägt von Teamgeist zu.
Wildes „Geschrei“ hört man nicht, die Schiedsrichter werden nicht „bepöbelt“(fast nie...) und mit dem Schlusspfiff gibt’s ein ehrliches Shake-hands. 
Dies mag mit der verhältnismäßig stark militärisch ausgerichteten Struktur im indischen Polo zu tun haben, denn:  viele der Spieler rekrutieren sich aus den polospielenden Regimentern oder sind  Angehörige von traditionsreichen Adelsfamilien,  und nicht wenige sind Söhne von Offizieren der indischen Armee. Ein besonderes vorbildliches Beispiel für „Gentlemen Sport " gibt der Sohn des Maharajas von Jaipur , Shivraj Singh, + 3, der leider vor einiger Zeit einen schweren Unfall hatte und vorerst nicht spielen kann.

Die „after the game-partys“ („high tea“) sind immer ein gesellschaftliches Highlight. Auch als„ausländischer Gast“ kommt man schnell und völlig ungezwungen ins Gespräch und es wird intensiv gefachsimpelt.
Man wird mit indischem Chai Tee (sehr süß, mit Gewürzen und Milch) bewirtet und  es gibt leckere Kleinigkeiten am Buffet.


 

Dieses Land hat mich sehr beeindruckt.
Irgendwie ist alles so ganz anders. Der Lebensrythmus, der krasse Gegensatz von arm und reich, die Luft, die Gerüche, die Farben, die Natur, die Menschen, die Musik, die Kühe auf den Straßen, die Kamel-Fuhrwerke, die bunten Märkte, die Paläste mit ihrem überbordenden Reichtum und nicht zu vergessen: das allgegenwärtige indische Verkehrs-Chaos........

Foto links: Straßenverkehr

Foto unten: Gemüsemarkt
Foto unten: Citypalace Jaipur
Foto unten: heilige Kuh           

 
   
 

Wie Sir Winston Churchill schon sagte:
A polo handicap is a passport to the word:

Und Indien ist wärmstens zu empfehlen !


  Die Polowelt bedankt sich sehr herzlich bei Oda Diepold für diesen wundervollen Beitrag.