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Pferdebeine optimal schützen
(von Sandra Funk Gallardo)

 

Polo Bandages, Pro Choice, Gamaschen…

Wenn Ihr Pferd Beinprobleme hat oder hatte ist es immer die beste Idee, beim Tierarzt des Vertrauens einmal nachzufragen, was in diesem speziellen Fall die beste Strategie ist.

Ansonsten gelten 2 grundsätzliche Regeln für die Beine:
erstens und hauptsächlich der Schutz der Beine vor ungewollten Schlägen und Verletzungen und
zweitens die zusätzliche Unterstützung / Stützung der Sehnen.

Die Polobandagen sollen entlang dem Röhrbein die äußerst empfindlichen Sehnen zwischen Vorderfußwurzelgelenk bzw. Sprunggelenk und Fesselkopf schützen und stützen.
Der Zuschauer denkt sicherlich, als Schutz vor dem Schläger, aber in erster Linie vor den Hufen, sowohl der eigenen, als auch denen der anderen Pferde. Schließlich kommt es beim Polo häufiger vor, dass mehrere Pferde nebeneinander galloppieren oder sich auf sehr beengtem Raum z.B. beim Einwurf bewegen. Die Hufeisen haben einen unglaublichen Schlag! Und nicht zu vergessen den Poloball, welcher ebenfalls in unglaublicher Geschwindigkeit über den Platz geschlagen wird.

Aber wie schütze ich die Beine meines Pferdes nun am effektivsten? Auch dafür gibt es keine allround- Lösung

Bandagen

Der Klassiker. Heutzutage wird hauptsächlich eine simple Fleece-Bandage mit Klettverschluss für alle vier Beine verwendet. Die früheren Polobandagen hatten noch in der ersten Hälfte zusätzlich eine Flauscheinlage eingenäht, und extra Gummizugverschlüsse mit Hacken, welche unter keinen Umständen von alleine aufgehen konnten. Um das ungewollte Öffnen der Bandagen zu verhindern, werden heutzutage zusätzlich Bandagen-Sicherheitsverschlüsse aus Klettverschluß über die Bandagen gebunden. Andere kleben auch einen Streifen Klebeband um die Bandagen, es darf einem aber das Klebeband am Sonntag nicht ausgehen!
Dafür gibt es die neuern Polobandagen in allen erdenklichen Farben und schon sehr preisgünstig. Das Material ist nicht sehr stark, aber flexibler. Das bedeutet ein bisschen weniger Schutz, aber es biegt sich besser mit der Bewegung des Beines und behindert daher nicht das Pferd im Gang.

Eine weitere Methode, als Kombination aus den alten Bandagen mit Flausch und den neuen einfachen Fleecebandagen, besteht darin, das Pferdebein zuerst mit einer Bandagenunterlage aus einem wattierten Material zu umlegen und diese Unterlage dann durch die Bandage am Bein zu fixieren. Vorteil, dickerer Verletzungsschutz, Nachteil wieder die geringere Elastizität und dadurch die leichte Behinderung des Pferdes.

Professional Choice Boots

Die Professional Chioce Gamaschen können in verschiedenen Farben und Größen, man unterscheidet insbesondere vorn und hinten, bezogen werden. Es handelt sich hierbei wirklich um ein auserlesenes schwereres Material. Die Handhabung ist einfach, schnell und sicher. Es erfordert nur die Unterscheidung zw. rechts und links, was jedoch auf der Innenseite abgedruckt ist. Die Klettverschlüsse sollen immer nach hinten zeigen!
Riesiger Vorteil der Professional Choice ist halt auch, dass sie den gesamten Fesselkopf des Pferdes abdecken können, was eine Bandage nicht bringen kann, da sie soweit runter bandagiert mit der Bewegung des Gelenkes zwangsweise rutschen müßte.
Diese Gamaschen bieten meines Erachtens bei weitem den besten Schutz und ersparen das tägliche Bandagen aufrollen. Persönlich habe ich nie erlebt, dass sich eine Professional Coice während des Spiels vom Pferdebein löste, es ist daher zu sagen, dass die Klettverschlüsse von bester Qualität sind.
Leider bedeutet dieses besondere Plus an Schutz auch einen sehr erheblichen Verlust an Elastizität der Sehnen und werden sich daher im schnelleren Polo, wo die Spieler um Sekunden Vorteile kämpfen, nicht durchsetzten. Es wird jedoch viel im Low-Goal und in Poloschulen verwendet.

Es sei abschließend gesagt, dass mittlerweile auch andere Firmen Gamaschen auf den Markt gebracht haben, wie z.B. die Dressurgamaschen von Escadron, welche jedoch nicht die gleiche Qualität wie die Professional Choice bieten und / oder nicht hoch genug am Vorderfusswurzelgelenk ansetzten.

 

vorn:    Prof Choice und Hufglocken
hinten: Bandagen

(Foto: Rainer Vinzent)

Kombination von Bandage und Gamasche

Eine der populären Lösungen aus vorangegangenem ist eine Kombination von Polobandage und einer üblichen leicht erhältlichen Springgamasche. Die Handhabung ist sehr einfach. Die Gamasche schützt davor, dass die Bandage sich lockert oder sogar löst. Die Plastikgamasche bietet durch das härtere Material einen besseren Schutz gegen äußere Verletzungen. Da die Gamsche lediglich auf der Bandage liegt, bleibt noch ein Stück der Elastizität erhalten.
Auch hier sei erwähnt wie vorab beschrieben, jedes Maß an zusätzlicher Sicherheit bedeutet auch ein gewisser Verlust von Geschwindigkeit beim Pferd und eine ganz persönliche Entscheidung.

Viele Spieler verwenden nur den Extraaufladungsschutz auf den vorderen Beinen und nicht an der Hinterhand, da die Vorderbeine immer einer größeren Belastung und Gefahr von den eigenen Hinterbeinen getreten zu werden, ausgesetzt sind. Es ist und bleibt eine persönliche Entscheidung eventuell zusammen mit Ihrem Tierarzt.
 

vorn beim dunklen Pferd:
die Kombination von Bandage und Gamasche

(Foto: Rainer Vinzent)

Elastische Stützbandagen unter den Polobandagen

Ein ganz anderes Thema ist die zusätzliche elastische Unterstützung unter den Polobandagen. Diese Praxis wird normalerweise verwendet, weil das Pferd vorhergehende Verletzungen gehabt hat und daher zum Antrainieren noch ein wenig zusätzliche Unterstützung benötigt. Ideal eignet sich außer den typischen elastischen Bandagen auch das „vetwrap“ oder auch als selbstklebende Haftbandage bekannt. Ein nützliches Werkzeug etwas Extraunterstützung für eine alte Sehne zu geben. Diese Methode ist aber nur für Bandagierprofies zu empfehlen, da man durch zu festes anziehen schnell die Durchblutung gefährdet und zur Folge eher Schäden anrichtet, als unterstütz. Hier sollten absolut keine Experimente veranstaltet werden! Sollte diese Methode im Einzelfall von Ihnen eingesetzt werden, dann bitte immer nur kurz vor dem Spiel und auch sofort nach der Benutzung des Pferdes gleich wieder abbandagieren um eben keinen Blutstau oder sonstiges zu verursachen. Wieder ist Ihr Tierarzt Ihr bester Berater.

Glocken

Hufglocken bieten einen Schutz für den Kronenrand und die Ballen, insbesondere vor Trittverletzungen. Es tut mir leid mich zu wiederholen, aber insbesondere im Low Goal kommt es häufig zu diesen Haufenbildungen, bei denen sich die Pferde gegenseitig auf die Beine treten. Sicherheit sollte daher im Low Goal den Vorrang haben. Ab 6 Goal verzichte ich darauf, da auch die Gefahrensituationen bei denen alle Spieler auf einander hocken, seltener vorkommen und die Geschwindigkeit im Wettkampf mit den anderen einen entscheidenden Ausschlag gibt.
Die Hufglocken werden normalerweise nicht auf den hinteren Beinen, ausgenommen vielleicht während Poloschulunterricht benutzt.

Zusammenfassung:

Ohne Zweifel ist dem Schutz der Pferdebeine ausreichend Aufmerksamkeit zu widmen. Mehr Schutz und Sicherheit ist leider immer gleichbedeutend mit einen gewissen Maß an Behinderung des Pferdes und wir alle kennen die bandagierten Pferde, die die Ponyline nicht verlassen wollen und die Hinterbeine heben, als müssten sie über ein Hindernis steigen, oder sogar ein-, zweimal ausschlagen. Es gibt viel zu berücksichtigen und keine Strategie ist die einzig wahre und richtige. Solange wir alle uns Sorgen machen, dass es unseren Pferden gut geht, hat jeder Spieler für sich die richtige Entscheidung getroffen.

In diesem Sinne Fairplay

Sandra